"Lesen durch Schreiben" Was ist das?

Das LdS-Lernpaket "Lara und ihre Freunde"

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Im Juni 2014 ist das klassische Lesen-durch-Schreiben-Lernpaket "Lara und ihre Freunde" in einer gründlich überarbeiteten Neuauflage erschienen.
Dennoch sind uns ein paar kleine Fehler unterlaufen, die Korrekturhinweise befinden sich am Ende dieses Beitrags.

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Was ist "Lesen durch Schreiben"?

Für ein Kind, das in die Schule kommt, steht der Leseunterricht im Mittelpunkt des Lerngeschehens der ersten Klasse, Lesen zu können ist ein ganz bedeutendes Ziel.
Der Erfolg oder der Misserfolg bei diesem Lernprozess ist für jedes Kind von entscheidender Bedeutung für sein künftiges Schulschicksal.
Im Erstleseunterricht geht es also immer um mehr als nur um das Lesenlernen. Deshalb ist Lesen durch Schreiben mehr als ein Leselehrgang, es ist eigentlich erst in zweiter Linie ein (Erst)Leselehrgang.
In erster Linie ist es der Versuch, dem Ideal eines offenen, kommunikativen und selbstgesteuerten Unterrichts den Weg zu bereiten, indem die Kinder nicht nur das Lesen, sondern auch das Lernen lernen.

In diesem Sinne orientiert sich auch die aktuelle Neuausgabe an einem erweiterten Lesebegriff, der Lehrgang enthält entsprechend manch Ungewohntes, was sonst nicht Bestandteil von Leselehrgängen ist: Tabellen, grafische Darstellungen, mathematisierte Informationen, Übungen zum Bildverständnis und zur Wahrnehmung u.a..
Denn „Lesen“ heißt „Verstehen“, und weil Verstehen Denken voraussetzt, kann man, auf den Punkt gebracht sagen: Lesen heißt Denken!
Das ist der Grund, warum das Lernangebot von Lara und ihre Freunde der Denkerziehung einen gleichrangigen Stellenwert zuerkennt und in großem Maße auch mit scheinbar lesefremden Aufgaben bestückt ist. Versteckte Gegenstände suchen, Bilder vergleichen, Zählen, mit Merkmalstabellen umgehen, mit Diagrammen arbeiten oder Logicals lösen hat also durchaus mit Lesekompetenz zu tun.
Lesen als „Verstehen“ heißt in unserer komplexen Welt, informationstüchtig zu sein, d.h. Informationen unterschiedlichster Art finden, ordnen und verwerten zu können.
Ziel des Leseunterrichts ist nicht nur, dass ein Kind lesen kann, sondern dass es fortwährend lesen tut, d.h. dauerhaft zum Lesen motiviert ist. Um das zu erreichen, braucht es abwechslungsreiche Aufgabenstellungen, die allen unterschiedlichen Lerntypen Chancen für Erfolgserlebnisse bieten.
Wichtig ist und bleibt dabei die Motivation. Aus diesem Grund zeigt das Lernangebot von Lara und ihre Freunde auch keinen regelmäßigen Anstieg des Schwierigkeitsgrades, sondern eine Art Schwierigkeits-Achterbahn. Der sog. Steilheitsgrad in der Zunahme der Anforderungen muss nicht gleichmäßig sein, Ausreißer sowohl nach unten wie auch nach oben sind erwünscht: nach oben, damit auch leicht lernende Kinder noch gefordert werden, nach unten, damit auch schwächere mithalten können.

Lesen durch Schreiben geht von der pädagogischen Grundüberzeugung aus, dass die meisten Kinder aus sich heraus lernfähig und lernbereit sind, denn „das Gehirn, so lautet die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Hirnforscher, lernt immer, und es lernt das am besten, was einem Heranwachsenden hilft, sich in der Welt, in die er hineinwächst, zurecht zu finden und die Probleme zu lösen, die sich dort und dabei ergeben.“ (Gerald Hüther).

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Jürgen Reichen - Informationen

Um die immer wieder verbreiteten unkorrekten Informationen zur Qualifikation von Dr. Jürgen Reichen richtig zu stellen, sind im folgenden die wichtigsten Stationen seines beruflichen Werdegangs (von Regina Reichen) zusammengestellt:

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Dr. Jürgen Reichen

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* 27. August1939 † 19. Oktober 2009

war ein u.a. in Basel und Hamburg lehrender Schweizer Reformpädagoge.

Er studierte an der Universität Basel Lehramt an Grundschulen und Psychologie, wurde Lehrer und promovierte 1970 in Psychologie.

Er entwickelte im Auftrag der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich gemeinsam mit anderen das Prinzip des "Werkstattunterrichts" und ind er Folge die Methode "Lesen durch Schreiben". Er vermittelte dieses Konzept nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland, u.a. am Hamburger Institut für Lehrerfortbildung. Gleichzeitig unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2006 an der Schule Rellingerstraße in Hamburg.

Jürgen Reichen hatte für die LehrerInnen, die sich für LdS interessierten, eine hohe Glaubwürdigkeit, denn er wusste, wovon er sprach, wenn er sich über Unterricht und Schulgeschehen unterhielt. Seine Ideen und Überlegungen hatten ihren Ursprung im Schulalltag. Er war eben nicht nur der Theoretiker, sondern ein Lehrer wie sie, mit allen Sorgen, Nöten und Erfolgen. Er erlag 2009 einer schweren Krankheit.

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